Alles neu ...

... macht der Mai.

Die Weinberge sind förmlich explodiert. Überall Grün und Gelb und Weiß, an den Stöcken, unter den Stöcken, in den Rebzeilen. Am Wochenende müssen wir mähen.

Und, wichtiger, wir haben gefüllt.
Vergangenen Samstag, mit viel Hilfe der netten Nachbarn, Kollegen und Freunde. Danke dafür.

Unser 2012er ist jetzt auf der Flasche. Wie angekündigt, trocken. Knalltrocken. Mit ordentlich Säure.

Here we go ....

2012 Riesling Kabinett trocken
"Kreuzweise"
Rüdesheimer Magdalenenkreuz
1,0 g Restzucker, ca. 7 g Säure, 11,5 %

In der Nase saftige Steinobstfrucht, weiße Blüten, Orangenschalen, leicht rauchige Mineralik.
Am Gaumen Aprikosen- und Mandarinenfrucht, feine Würze, leicht, aber nicht dünn, eine Art schwebende Eleganz, gute Länge mit mineralischem Abgang.

2012 Riesling Spätlese trocken
"Drei Kreuze"
Rüdesheimer Magdalenenkreuz
4,0 g Restzucker,  ca. 8 g Säure, 12,0%

In der Nase rauchige, fast speckige Töne. Leicht salzig und nussig, kühle Steinobstfrucht.
Auf der Zunge fest und straff, steinige Mineralik, rosa Grapefruit, kühl, tiefgründig,  mit viel Länge.

2012 Riesling Spätlese trocken
"Alte Reben"
Oberdiebacher Fürstenberg
0,5 g Restzucker, ca. 8 g Säure, 12,5 %

In der Nase Zitrus, Reineclaude und grüner Tabak. Zartsüßliche florale Noten, heller Mandelkrokant, tief und mineralisch.
Auf der Zunge frisch, wieder Zitrustöne, helles Steinobst, straff und fest gewirkt, animierende Säure, sehr tiefgründig und klar, kühle Schiefermineralik, bleibt lange, lange am Gaumen. Wucht, Druck, Kraft, das ist ein Langstreckenläufer.



Was ist sonst noch interessant?

Die Namensgebung verlief analog zum ersten Jahrgang - im Rheingau spielen wir mit den Lagennamen, am Mittelrhein heißt die trockene Spätlese "Alte Reben", die halbtrockene (die wir 2012 nicht gemacht haben) "Blauschiefer" und der Kabinett ... warten wir den Jahrgang 2013 ab.

Rüdesheimer Magdalenenkreuz also. "Bekommen" haben wir die wunderschöne Parzelle durch eine schlichte Annonce im lokalen Wochenkäsblatt, da stand der Name für einen Wein sofort fest: Drei Kreuze, dass das geklappt hat! ( Und wie als Bestätigung dröhnte am ersten Lesetag "Altes Fieber" von den Toten Hosen auf SWR3, als ich in den Wirtschaftsweg in den Wingert abbog .. "Drei Kreuze, dass wir immer noch hier sind .."). Soll wohl so sein.

Mit dem zweiten Namen haben wir uns schwerer getan, von "Kreuzlahm" über "Kreuzbrav" bis zu "Kreuzweise" war alles im Rennen. Bis zu dem Abend, an dem wir mit dem Pächter des Weinbergs telefonierten und er zerknirscht gestand, dass der Vertrag von Seiten des Besitzers nicht verlängert worden sei und wir daher nicht wie geplant auch 2013 ... KOCH! Und kreuzweise, ehrlich.

Ach so: Falls irgendeiner unserer geneigten Freunde, Leser, Kunden ... eine Idee hat, wo und bei wem wir im Rheingau bis zu einem halben Hektar Rieslingwingert, GERNE Steillage, gerne alte Anlage, pachten können oder wenigstens in diesem Jahr Trauben kaufen können - bitte, bitte Meldung an uns! 

Jedenfalls: Die Weine sind gefüllt, gehen jetzt zur AP-Prüfung und sind hoffentlich ab Anfang Juni im Verkauf.

Fertig. Fast. Ganz.

Fertig.
Mit Schneiden.
Mit Binden.
Mit Filtrieren.

Mitte Mai füllen wir, ab Ende Mai ist der Jahrgang 2012 im Verkauf.

Drei Weine mit Charakter, mit knackiger Säure, mit extrem wenig Restzucker.
Wir freuen uns darauf - und hoffen, dass die Weine auch Ihnen viel Spaß machen werden.

OsterversandkostenfrEI !


Liebe Rieslingfreunde,

zu Ostern wollen wir Ihnen und Euch noch EInmal EIne besondere Freude berEIten - wenn der Frühling schon nicht EInfach so kommen will, unsere WEIne, die können das!

Ab 6 Flaschen Riesling - frEII nach Wahl und quer durchs klEIne Sortiment - liefern wir bEI EIner Bestellung bis KarfrEItag, 18 Uhr, versandkostenfrEI.

Das ist unser spezielles OsterEI, das man nicht suchen, sondern nur finden muss. 
Und dann freuen wir uns dann mit Ihnen und Euch auf hoffentlich bald sonnigere und wärmere Tage und unseren neuen Jahrgang - ab Ende MEI Mai 2013 erhältlich. 

Frohe Ostern!

Christin & Lars

Sterben und Leben

An der rheinwärts gelegenen Außenseite unserer Mittelrheinweinberge führt ein Ablauf den Berg hinunter. Steinerne Stufen, über die das Wasser talwärts rinnen kann, meist trocken, manchmal ein Bächlein, im Winter eine Eiszapfengalerie. Wo die Straße die Wingerte teilt, steht ein wunderschöner Walnussbaum.
Stand.


Als wir im Winter das erste Mal zum Schneiden kamen, war der Baum gefällt. Gut, er beschattete die obersten Zeilen eines Weinberges, aber das tat er seit bestimmt 30 Jahren. Das hat niemanden gestört, unter der Krone war es selbst bei brüllender Hitze angenehm kühl, die Vögel nisteten im Geäst, im Herbst sammelten Spaziergänger die reifen Nüsse.

Und jetzt ist er weg. Einfach abgesägt, die Äste und Zweige zu einem Müllhaufen aufgetürmt.

Wie blöd, wie schade, wie überflüssig.
Die Dornen unterhalb des Baums haben sie stehen gelassen. Schöner Baum, Du fehlst uns.

Dafür schien heute endlich mal wieder die Sonne. Die Vögel trillerten in den Bäumen, die Motorräder knatterten durchs Tal ... es wird Frühling. Wir sind so gut wie fertig mit Schneiden, Ausheben und Kleinschnippeln. Der Weinberg beginnt wieder zu leben.



Abgestochen. Schnitt!

Nach der fröhlichen Fässerprobe haben wir unsere Weine noch einmal ordentlich aufgewirbelt. 14 Tage später Proben gezogen und die Rheingauer in zwei Gläsern über Nacht mal offen stehen gelassen - Stichwort: Rahnprobe.
Keine braunen Oxidationstöne am nächsten Morgen, aber die Säure - uff. Sogar mir als bekennender Säureliebhaberin war das ZU VIEL.

Darum haben wir beim Abstich von der Feinhefe ganz dezent feinentsäuert. Und uns bei Minusgraden im kalten Keller mit kaltem Wasser - viel kaltem Wasser - die Finger blau gefroren.

Nun liegen die 2012er auf der Feinhefe (und schmecken schon jetzt viel harmonischer).

Und die Weinberge am Mittelrhein immer noch im Tiefschlaf. Geschneit hat es gestern, dick und fett und viel, und wir haben uns heute nicht getraut, mit dem Fox ganz nach oben zu fahren. Die Wege sind doch verdammt steil, unterm Schnee lag teilweise noch Eis, eine einzige Wagenspur führte nach oben. Ansonsten nur Fährten von Rehen, Hasen und Winzern.



Schnitttechnisch sind wir jetzt über den Berg. Nur noch eine große Parzelle und der Weinberg mit Einzelstockerziehung, insgesamt rund 1200 Stöcke,  warten noch auf den Schnitt. Und wir warten auf den Frühling.

Weiß. Roth. Rechts. Links.


Rauenthaler Rothenberg. Steil. Steiniger Lehm und Phylitt.



Oberdiebacher Fürstenberg. Steil. Schiefer.