Was lange gärt ...

... wird endlich gut.

Drei Weine blubbern im Keller noch langsam vor sich hin, den Rest haben wir bereits Anfang Februar abgestochen.
Präzise und kräftig sind sie, natürlich noch ein wenig unruhig, aber das Lager auf der Feinhefe tut ihnen gut und sorgt für Finesse und Tiefe.

Wir haben im Herbst tolle Trauben in einer unglaublich großen Menge geerntet, so viel, dass ich kurzfristig noch Tanks kaufen musste! Und auch das Aufteilen der Moste auf die Tanks war ein bisschen Winzertetris - aber am Ende hat es doch gepasst.

Jetzt heißt es also mal wieder: abwarten.

Gefüllt wird Mitte Mai, das steht schon fest, und bis dahin gibt es von uns auch noch auf einem anderen Kanal was Neues - ich berichte, wenn es so weit ist.

Neues Jahr, neuer Mut, mehr Mut zu Wermut


Nach dem ... Ihr wisst schon.

Das Jahr rast. Unsere 2017er sind seit Mai auf der Flasche, die 18er befinden sich auf der Zielgeraden.
Das vergangene Jahr war in jeder Hinsicht eine Herausforderung - der Herbst 2017 deprimierend klein, aber qualitativ richtig gut.

Unser Freund Lars Erdmann von der Destillerie Kohler in Stuttgart-Heumaden hat aus einem unserer gereiften Rieslinge einen feinen, eleganten Weinbrand gemacht - den "little crab". Seit Juni ist er im Verkauf - und wir sind allesamt mächtig stolz darauf.


Und was machen eine Winzerin und ein Brenner, die ohnehin eigentlich zu wenig Zeit haben, weil der 35-Stunden-Tag immer noch nicht erfunden ist? Richtig! Ein gemeinsames Projekt!
Weil Riesling, großartige Brände und Gin uns noch nicht genug waren, haben Lars und Christin ein neues Projekt gestartet. Die Idee: Einen einzigartigen Winzerwermut zu machen. Der widerspiegelt, wie wir sind, was uns bewegt, was wir mögen. Herz, Hand, Leidenschaft.
Ganz anders als das, was sonst auf dem Markt ist, feiner, eleganter, strahlender und trotzdem intensiv. 

Wir haben viele Wermute probiert, versucht, rauszufinden, was die Besten einzigartig macht. Welche Aromen zusammenspielen, welche Kräuter und Gewürze diese Komposition ergeben. Und haben dann angefangen, zu experimentieren. Am Küchentisch in Martinsthal, mit einer Flasche Riesling, Kräutern, Bränden und einer Apothekerwaage. Versuch Nummer 5 war nah dran an dem, was wir wollten. Hochgerechnet auf 10 Liter mit Kräuterzugabe im Gramm- statt Milligrammbereich – war klar: das ist der richtige Weg, jetzt muss feinjustiert werden. Ein bisschen mulmig war uns trotzdem, als wir dann die gesamte Menge Wein – knapp 500 Liter – auf einen Schlag mit Kräutern versetzt haben. Und umso erleichterter, als schnell klar war: Das ist es. 



Langer Rede kurzer Sinn: Aus dieser Liaison entstand der little crab-Winzer-Wermut. Dafür haben wir im Frühjahr 2018 die Jordan&Erdmann GbR gegründet.
Rheingauer Riesling, aromatisiert mit Stuttgarter Botanicals (vor allem Kamille und Wermut sowie ein Hauch Lavendel), sizilianischen vollreifen  Orangen, zu letzter Perfektion gebracht mit Destillaten aus dem Hause Kohler.
Warm und strahlend klar, mit einem Duft, bei dem man an laue Sommerabende denkt – ein außergewöhnlicher Apéritif.
Der im Übrigen ein perfektes Paar mit dem little crab–Gin abgibt. Ein Gin nach unserem Geschmack aus Weinbergshagebutten, Wacholder, Pfeffer und Riesling, ohne Zitrusfrüchte. 

Und sonst? Wir erwarten den frühesten Herbst, den wir je erlebt haben. Unsere  Weinberge haben den extrem heißen und trockenen Sommer hervorragend überstanden - es hängt viel, es hängt gesund, von Trockenstress keine Spur.
Jetzt geht es auf die Zielgerade. Wenn alles gut geht, lesen wir Ende September im Rheingau und Anfang Oktober am Mittelrhein.
Und wie immer gilt: Wer helfen möchte, ist herzlich eingeladen! 

 

Neues Jahr, neues Glück




Kalt ist es, saukalt, und das schon seit einer ganzen Weile. Unsere Basisweine sind durchgegoren bzw. da gelandet, wo wir sie haben wollten.

Die „großen“ – Rothenberg, Wülfen, Wildsau – brauchen noch ein bisschen Zeit und auch ein bisschen Wärme. Bei 8° Celsius im Keller passiert einfach nicht mehr viel.
 

 Ein bisschen Kerzenlicht soll helfen, damit sie wieder in Gang kommen – Kellerromantik eben ;-). In Ermangelung von Grabkerzen haben wir erst mal unsere restlichen Adventskranzstumpenkerzen aufgestellt. Und ja, das funktioniert.


  


In den Weinbergen geht es mit dem Rebschnitt nur langsam voran – wenn es gar zu kalt ist, gehen wir nicht schneiden. Aber wir liegen ja noch gut in der Zeit.









Es wird spannend, zu sehen, wie die perogeschädigten Stöcke am Mittelrhein sich in diesem Jahr machen – zum Teil müssen wir auf Zapfen zurückschneiden, leider. Aber es hilft ja nichts. Neues Jahr, neues Glück.  


Es herbstet ...

Wir sind auf der Zielgeraden.

Vergangenes Wochenende haben wir unseren Grauburgunder geholt. Ja, richtig, Grauburgunder, wir sind kein reines Rieslingweingut mehr. Aber keine Angst: Es handelt sich um eine Mikromenge.
Vier Reihen à 17 Stock, richtig alte Knorzen, die wir (hahahaha) auf Menge angeschnitten haben. Zu zweit haben wir in 2,5 Stunden immerhin ... äh ... drei volle Kisten gelesen. Kerngesund, kein Sonnenbrand, null Fäulnis, 90° Oechsle und 7,5 Säure. Und einen stolzen vollen 25-Liter-Ballon gefüllt. Tataa!


Und jetzt stellen wir uns mal vor, wir wären auf Mengenreduzierung gegangen ;-)

Dieses Jahr ist und bleibt speziell, sehr speziell. Unsere Rheingauer Rieslinganlagen hängen zwar nicht übermäßig voll, aber dafür perfekt. Sonntag ist der Wülfen dran, das Wochenende drauf holen wir den Rest. Wir hoffen auf etwas etwas wärmeres Wetter (aus purem Eigennutz), keinen Regen mehr und sonnige Tage. Drückt uns die Daumen.
Und wenn jemand noch Lust hat, ein paar Stunden mit zu lesen: Sagt Bescheid! Wir freuen uns!

Exkurs: Weinrallye #100

Weinrallye #100 -Eine nicht ganz kurze Geschichte über einen sehr alten Wein 



Was ist die Weinrallye?
Ins Leben gerufen hat die Weinrallye Thomas Lippert vom Winzerblog. An jedem letzten Freitag im Monat sind Wein- und Foodblogger aufgerufen, einen Blogbeitrag einem vorher festgelegten Thema zu widmen, Jeden Monat ist ein anderes Blog "Gastgeber",  richtet das Thema aus, erstellt eine Zusammenfassung aller Blogbeiträge, hilft bei Fragen und Problemen. Seit Oktober 2007 gibt es dieses wunderbare Blogevent - und jetzt zum 100. Mal. Happy Borthday, Weinrallye, tillykke med fødselsdagen!

Ein Fest, ein Fest ...

.. und wir sind mittendrin.

Liebe Rieslingfreunde,

von morgen abend an feiern wir mit Nachbarn und Freunden das 7. Martinsthaler Hauptstraßenfest.
Drei Tage lang öffnen wir Winzer, Gastronomen und Anlieger unsere Höfe, schenken Wein, Bier und selbstangesetzte Liköre aus, backen Waffeln, servieren Feuerwurst und Schwenksteaks, dazu gibt es tolle Livemusik.

Wir freuen uns auf alte und neue Freunde - wir stehen mit unserem Weinstand vor der Tür des (ehemaligen) Gasthauses zur Post und schenken unsere Weine aus. 
Hauptstraße 7, 65344 Martinsthal, Parkmöglichkeiten an der Feiuerwehr/Weinprobierstand (Navi: Lehrstraße) oder am Friedhof (Bäderstraße Richtung Bad Schwalbach, Abfahrt Rauenthal, nach 150 m links).

Skål!

Abgefackelt. FÅK.

Wir sind am Wochenende all unsere Weinberge abgefahren. Wir waren ja zur Zeit der großen Regenfälle und des wahnsinnigen Wachstums in Dänemark und konnten nur beten, das alles gut geht.

Wir haben also im Rheingau Enkersberg, Wülfen und Rothenberg gespritzt, Rothenberg gemäht, fast alles geheftet bzw. eingeflochten. Und haben aufgeatmet. Glück gehabt, riesengroßes Glück gehabt. Minimal Pero, hier und da Hagelschlag, fast kein Mehltau. Und jetzt soll es erst mal trocken bleiben.Hier ist noch alle drin, bis hin zur Topqualität.

Ganz anders am Mittelrhein. Da hat uns wirklich der Schlag getroffen, in jeder Hinsicht. Die Peronospora - der falsche Mehltau - hat mitten in der Blüte zugeschlagen. Weit mehr als die Hälfte der Gescheine, der Blütem, der Traubenansätze sind braun und verschrumpelt. Wo wir keine Pero-Schäden haben, verbreitet sich jetzt der Mehltau. Und die Laubwände sehen aus wie sonst nur spät im Herbst, wenn zum Schluss der Regen einsetzt und nicht mehr gespritzt werden darf.

Normalerweise bin ich bei uns die positiv Denkende, während Lars eher schwarz sieht. Dieses Mal ist es umgekehrt. Ich war Sonntag abend bei "Finger weg, wir vergeuden hier nur noch Zeit, lass uns noch ein, zweimal für die Optik mähen", während er meinte "Ach, da kommt schon noch was.". Für mich klingt das wie sehr lautes Pfeifen im sehr dunklen Keller. Ich habe keine Ahnung, ob und was wir da im Herbst ernten werden.

Am Mittelrhein werden unsere Flächen vom Hubschrauber gespritzt, konventionell, auf Bio mochten wir uns seit 2014 mit dem Wegfall des Mittels Frutogard nicht mehr verlassen, weil wir einfach nicht schnell und effizient reagieren können, wenn zusätzlich gespritzt werden muss - 35 Kilometer Anfahrt nach Feierabend.
Wir dachten diesmal erst an einen Irrtum im Spritzplan und haben darum gestern nachgefragt. Heute kam die Antwort - es sind alle Flächen gespritzt worden, aber es hat fast nichts genützt.
Bei den Nachbarn sieht es vielleicht teilweise ein bisschen ordentlicher aus, aber in Wirklichkeit kein bisschen besser. Abgefackelt.

2016, Du  bist ein Scheißjahr, in jeder Hinsicht.

Mit 'nem blauen Auge davon gekommen

Wir hatten viel vor. Haben eine neue Fläche in der Martinsthaler Wildsau übernommen, die auf den vorletzten Drücker geschnitten und gegertet, haben im strömenden Regen in der Martinsthaler Gemarkung RAK-Ampullen gehängt. Haben unser kleines Weingut wieder ein Stückchen weiter autark gemacht - dazu später mehr.

Haben neue Etiketten entworfen, gefüllt, Etiketten drucken lassen, wollten an der Mittelrheinweinmesse in Bacharach ausstellen, endlich mal wieder. Hatten einen ausgeklügelten Zeitplan, der Mähen, Grubbern und Spritzen und die anfallenden Laubarbeiten perfekt in eine Reihenfolge brachte. Und dann kam alles anders, wir haben noch grubbern lassen und unsere Flächen im Rheingau gespritzt und sind dann Knall auf Fall nach Dänemark gefahren.

Da saßen wir bei herrlichstem Frühsommerwetter und verfolgten mit Entsetzen die Wetternachrichten aus Deutschland. Hagelchaos in Wiesbaden, vernichtete Weinberge an der Mosel. Überschwemmungen, weggeschwemmte Dörfer, Hangrutsche. Angst und bange wurde einem dabei, aber allein - was tun?

Wieder zuhause fuhren wir unsere Flächen ab - die Hohlwege im Rauenthaler Berg waren mit dem Fox gerade noch befahrbar, aber die Rinnen, die das Regenwasser gerissen hatte, waren tief und schroff. Erleichterung: Die Hagelfront vom 27. Mai scheint sich beim Weg über den Rheingau geteilt zu haben. In Erbach kam noch was runter, Wülfen, Rothenberg und Wildsau haben nichts abgekriegt. Auch der Fürstenberg blieb verschont.

Aber Regen, Regen, Regen - und das bei Temperaturen um die 24 Grad. Unwetter an der Ahr und in der Eifel. Und gestern abend wieder Hitzegewitter und Hagel bei uns. Und wieder sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen - der Wülfen hat offenbar gar nichts abgekriegt, der Rothenberg nur partiell. 100 Meter von unseren Reihen entfernt hat es eine Parzelle im unteren Drittel regelrecht perforiert, die Blätter sind größtenteils angerissen oder sogar zerfetzt, aber wir haben kaum abgeknickte Triebspitzen gesehen. Die Weinbergswege nach Rauenthal hoch sind für unseren Wagen jetzt unpassierbar.

Mal schaun, wie es weiter geht.

Frühling lässt sein blaues Band ...

... ok, im Moment ist es noch ein bisschen schwer, daran zu glauben.
Aber immerhin haben wir heute einen ganzen Haufen blauleuchtender Weinbergstraubenhyazinthen in der Bitzengrub, einer unserer neuen Parzellen, entdeckt. Irgendjemand hat mir mal erzählt, dass diese Frühblüher bevorzugt in Weinbergen bzw. in ehemaligen Weinbergen, so auch am Hang der Burg Ludwigstein bei Witzenhausen in Nordhessen, wachsen. Vor mehreren hundert Jahren mag da mal ein Wingert gewesen sein, sicher eher mit Heunisch oder Elbling als mit Riesling, aber: immerhin.


Und sonst? Wir sind fertig mit dem Rebschnitt und haben mit dem Gerten/Binden begonnen. Nach Ostern dürften wir also komplett durch sein - wir liegen mal wieder gut in der Zeit.
Unser neuer Weinberg im Rödermann (links) hat uns einiges an Nerven gekostet, zum Glück haben wir den ziemlich am Anfang des Winters geschnitten, als wir noch alle Zeit der Welt (gefühlt) hatten.
Heilenzack! Da bekommt der Ausdruck "Verschnitt" eine ganz neue Bedeutung ..
 

Meine geliebte Einzelstockerziehung erlebt ihren letzten Frühling, Sommer und Herbst, das haben wir heute beschlossen. Im vergangenen Jahr hat der Wingert nach gutem Zureden wirklich noch einmal anständig getragen. Aber beim Schneiden haben wir jetzt gesehen, dass nur noch etwa jeder zweite Stock Potential für ein weiteres Jahr hat. Bei aller Liebe - das ist jenseits von gut und böse.
Und so werden wir im kommenden Winter zum ersten Mal eine unserer Flächen roden und in anderthalb Jahren zum ersten Mal eine Fläche neu anlegen.

Was bleibt? Die Weine! Bis auf eine Ausnahme liegen alle auf der Feinhefe, Mitte April wird filtriert, Anfang Mai gefüllt.
Sie schmecken jetzt schon sondersamt ... toll. Vom trockenen Einsteiger bis zur milden Spätlese. Wir sind gespannt, wie sie sich auf der Flasche präsentieren - aber ansonsten gerade wirklich sehr entspannt.


Support your local dealer



DAS nenne ich Service.
Am zweiten Januarwochenende - beim Rebschnitt im Weinberg - habe ich beschlossen, meiner Felco eine neue Klinge zu verpassen. Also vorgestern. Vorhin, Montagabend, fiel mir das wieder ein und ich schrieb - bevor ich es vergesse - dem Händler mV um 21.47 Uhr eine kurze Mail mit der Frage, ob er passende Klingen vorrätig habe und mir welche zurücklegen könnte. Um 22.09 Uhr die Antwort: Ja, hat er, ja, macht er.
Ein Laden in Bacharach ohne Website. Es gibt einen Grund, warum wir dort Tanks, Scheren, Bindedraht und 1000 andere wichtige Dinge kaufen.
Hoffentlich gibt es Eisen-Heisecke noch sehr, sehr lange.

Neues Jahr, neues Glück

Frohes Neues Jahr! Godt nytår!

Wir hoffen, Sie sind, Ihr seid gut reingekommen und wünschen allen ein schönes, gesundes, glückliches und friedliches neues Jahr.

Neues Jahr, neues Glück. Wir haben im vergangenen Jahr zwei Parzellen am Mittelrhein dazugekauft, eine in der "Pfälzer Grub", die in der Katasterrolle "Bitzengrub" heißt, und eine im Rödermann, fast direkt neben unserer bisher steilsten Lage unten im Oberdiebacher Fürstenberg.

Als der Vertrag spruchreif war, hatte der Vorpächter das Stück im Rödermann bereits geschnitten, daher haben wir ihm 2015 den Wingert zur Bewirtschaftung überlassen und erst jetzt übernommen.
Ein schöner, alter Weinberg, mit nahezu einwandfreiem Drahtrahmen, gesunden Stöcken, nicht allzu viel Unkraut und Dornen und einem, nun, kreativen Schnittsystem.




Das Ganze erinnert ein bisschen an die Frage, wie man einen Elefanten aus einem Marmorblock herausmeißelt.: "Einfach alles weghauen, was nicht nach Elefant aussieht". 
Nun ja. Die 7,5 Reihen waren eine echte Herausforderung, aber da wir sie zuerst (und wirklich früh) angepackt haben, ist jetzt alles ok. Es fehlen nur unsere Altflächen. 

3.600 Stock to go.

Advent, Advent ... ein Vorweihnachtsgeschenk aus dem Weingut

Advent, Advent ... auch wenn es noch nicht so wirklich weihnachtet. Der November hatte
Aprilallüren, der Dezember geriert sich bislang eher wie ein normaler November.


Zwischenstand aus dem Keller: Die beiden Martinsthaler haben sich prächtig gemacht. Wülfen und Rothenberg gären noch langsam vor sich hin. Und aus dem Fürstenberg wird es endlich mal wieder drei Weine geben - vom trockenen FÜRSTENBERG über den halbtrockenen BLAUSCHIEFER bis zum milden Oberdiebacher Fürstenberg.


Zwischenzeitlich hatten wir auch mal kurz Frost, die Weinberge sind in die Winterruhe gegangen und wir beginnen an diesem Wochenende mit dem Rebschnitt.


Zuhause hängt der Handwerkertochterweihnachtsstern, wir haben pünktlich zum 1. Advent  unseren ganz persönlichen Weinerinnerungsadventskranz fertig gebundenklebt und basteln abends im Kerzenlicht dänische Julehjerter.

















Und bei Ihnen und Euch? Schon alle Weihnachtsgeschenke beisammen? Die richtigen Weine fürs Fest im Keller?

Unser Vorweihnachtsgeschenk: Wir verschicken unsere Weine bis zum 21. Dezember versandkostenfrei - ab 6 Flaschen, quer durchs Sortiment.

Von unserem vielbeschriebenen ROTHENBERG 2013 gibt es übrigens nur noch einen überschaubaren Restbestand - wer noch etwas von diesem tollen Wein haben will, sollte schnell zuschlagen.

Wir wünschen Ihnen und Euch eine schöne (Vor)Weihnachtszeit - und allzeit einen guten Fingerbreit Riesling im Glas. Skal!

Herbst, was willst Du mehr

Der Sommer war sehr groß, der Herbst war es auch.

Schon Ende September haben die ersten Winzer im Rheingau mit der Rieslinglese begonnen - da waren manche Kollegen in der Pfalz schon mit allem fertig.


Wir haben unsere Rheingauer Parzellen am 4. Oktober mit einer tollen, motivierten und schlagkräftigen Lesetruppe komplett geholt - kerngesundes Lesegut, null  - in Zahlen: 0 - Prozent Fäulnis und saftigen 95 bzw. 98° Oechsle. Mengenmäßig liegen wir hier leider unter dem Vorjahresertrag, aber so ist es eben. Das bisschen Regen im September hat nicht ausgereicht, um die kleinen Trauben noch mal richtig anschwellen zu lassen, glücklicherweise aber auch nicht - wie im Vorjahr - zum Vollsaugen und Aufplatzen der Beeren geführt (mit sich anschließend explosionsartig verbreitender Fäulnis).

Die Flächen am Mittelrhein waren am zweiten Oktoberwochenende dran - bei echtem Kaiserwetter. 




Blauer Himmel, Sonne, herrlich goldgelbe vollreife Trauben und zum Abschluss am Sonntag noch ein eindrucksvolles Konzert hunderter ziehender Kraniche über dem Rheintal - Herbst, äh, Herz, was willst Du mehr.




Mein Lieblingsweinberg (gleichzeitig unser Sorgenkind), die Parzelle mit der Einzelstockerziehung, hat sich noch mal richtig ins Zeug geschmissen und endlich mal wieder eine vernünftige Menge an Trauben in Topqualität produziert. Ich hatte im Frühjahr auch damit gedroht, ihn im Folgejahr rauszuhauen, wenn er sich nicht anstrengt ...

Große und kleine Harle und Rödermann haben gewohnt gut getragen, dazu kommt dieses Jahr erstmals die Bitzengrub mit ihren acht Reihen, so dass wir in diesem Jahr endlich mal wieder drei Weine aus dem Oberdiebacher Fürstenberg  machen können - den FÜRSTENBERG als trockene Spätlese, eine halbtrockene und eine kleine Menge einer milden Spätlese.

Ein vergleichsweise entspannter Herbst, ein schöner Herbst.

Und jetzt?
Alle Gerätschaften sind geputzt und für den Winter eingemottet, die Weine gären schön langsam vor sich hin. Und jetzt warten wir nur auf den ersten richtigen Frost, damit wir mit dem Schneiden anfangen können.


Dieses Mal haben wir noch mehr zu tun als im vergangenen Winter, weil wir die neugekaufte Parzelle im Rödermann erstmals selber bewirtschaften und schneiden - und da ist einiges zu tun. Einfach wird das nicht. Aber bestimmt auch nicht langweilig. Wird es uns ja  nie.



Tausend Dank an alle, die uns auch in diesem Herbst tatkräftig unterstützt haben - Ihr seid toll. Und wir sind für den Moment einfach mal nur glücklich.


P.S. .... auch, weil es zwei unserer Weine in Kürze auch im Witwenball in Hamburg geben wird. Skål!

Freude, Vorfreude, Spannung

Wir haben jede Menge Anlass zur Freude.

Wir sind im Schluck erwähnt. Schluck, das neue Weinmagazin, für das so ziemlich alle schreiben, die Rang und Namen haben. Dahinter stehen Paul Trutzkowski, Julia Klüber und Christian Schärmer. Chefredakteur ist der kongeniale irre Manfred Klimek.
Ein anstößiges Magazin, das Anstöße geben will. Geile Photos, knackige Texte, alles andere als Mainstream und vor allem null langweilig. Das macht Lust auf mehr.
Knalli - aka Helmut O. Knall - hat eine Reise durch den Rheingau gemacht und war auch bei uns.


 

Uns so kamen wir ins Schluck, nach Berlin und auf die Party. Und unsere Weine auch. Sorry, Handyphoto ohne Licht.



Woraus sich der nächste Grund zur Freude erklärt - Klimek hat nicht nur probiert, sondern auch geschrieben. In der Welt am Sonntag vom 20.9. Und zwar so:




Bitte jetzt keine Diskussionen über ausgewaschene Aschenbecher - immerhin schreibt er nicht von überquellenden.

Und: So fängt ein Sonntagmorgen gut an.
Und geht blendend weiter.
Nachdem wir schon mehr als zufrieden mit dem Zustand unserer Weinberge im Rheingau sind, haben wir heute die Parzellen auf der anderen Rheinseite, im Oberdiebacher Fürstenberg, noch mal feingetuned.














Das wenige, was angemackt (Vögel, Wespen, Ohrwürmer, Hagel) oder leicht faul war, rausgeschnitten. Weniger als 2 Prozent. Was jetzt hängt, ist kerngesund, trotz des Regens der vergangenen Woche. Es sieht großartig aus. Sogar unser Sorgenkind, meine heißgeliebte Einzelstockerziehung, scheint sich meine Standpauke im Frühling ("Reiß Dich zusammen! Ich will Dich ja behalten, aber wenn Du nicht halbwegs anständig trägst, hauen wir Dich nach dem Herbst raus!") zu Herzen genommen zu haben.
Man muss nur mit den Leuten den Stöcken reden.

 Wenn, wenn, wenn ... es so weitergeht, wird das ein tolles Jahr, mengenmäßig und qualtativ. 
Wir hätten es alle mal wieder verdient. Wir haben unseren Teil dazu getan, drückt uns die Daumen.